Erster Frauenpilgerweg in Baden

40 Pilgerinnen eröffnen die Strecke Mosbach-Heidelberg zum Reformationsjubiläum

Frauen der Frauenpilgerweges beim durchschneiden des Banners zur Eröffnung des Weges; Quelle: Karin Lackus / ZfK
Bei der Eröffnung des Frauenpilgerweges
Kreuz aus Stroh auf Boden gelegt. In der Mitte eine weiße Kerze aud blauem Kerzenständer; Quelle: Karin Lackus / ZfK
Quelle: Evangelische Frauen in Baden
Neckargerach/Heidelberg/Karlsruhe, (15.09.2017). Den ersten Frauenpilgerweg in Baden haben mehr als 40 Pilgerinnen, die Initiatorinnen von den Evangelischen Frauen in Baden und Vertreterinnen der Kirchenbezirke Mosbach, Neckargmünd-Eberbach und Heidelberg am Freitag (15.09.) am Bahnhof Neckargerach eröffnet. Am Sonntag werden die Frauen Heidelberg erreichen und dort um 11 Uhr in der Friedenskirche Handschuhsheim einen Gottesdienst zum Frauensonntag feiern. Die gesamte Strecke führt von Mosbach bis nach Heidelberg. Aus Sicht von Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh macht der neue Frauenpilgerweg „einmal mehr deutlich, wie evangelische Frauen in Baden kreativ neue Formen der Begegnung mit Kirche schaffen und sich für eine friedliche und gerechte Zukunft unseres Planeten engagieren.“. Das Interesse am Mitpilgern bestätigt dies: Die Plätze für die Eröffnungstour waren schnell ausgebucht, es gab eine Warteliste.
 

Der Weg zeige im Jubiläumsjahr, „was Frauen vor 500 Jahren zur Reformation beigetragen haben und welche Kraft uns daraus heute wächst“, beschreibt Anke Ruth-Klumbies, Leiterin der Geschäftsstelle der Evangelischen Frauen in Baden, den Weg und seine Stationen In den nächsten Jahren soll ein Pilgerinnenweg durch ganz Baden entstehen. Zum Jahresende erscheine zur jetzt eröffneten 60 Kilometer langen Strecke von Mosbach nach Heidelberg ein Pilgerinnenhandbuch mit Karten, spirituellen Texten und praktischen Hinweisen, kündigte Ruth-Klumbies zur Eröffnung des Pilgerwegs am Freitag (15.09.) um 15 Uhr am Bahnhof in Neckargerach an. Der Weg bietet Impulse zu weiblicher Spiritualität, zu Ökumene und Interreligiosität und erinnert unter anderem an die 1495 in Mosbach geborene Reformatorin Elisabeth Silbereisen und Olympia Morata, die aus Ferrara über Schweinfurt nach Heidelberg kam und als erste Hochschullehrerin in Griechisch in die Geschichte einging.

Frauen heute pilgerten aber auch in Erinnerung an all die Frauen, die vor ihnen Wege der Erneuerung und der Emanzipation gegangen seien. Die badische Landessynodale Dorothea Schaupp freut deshalb besonders, dass „die erste Etappe des Frauenpilgerwegs an einer historisch wichtigen Stelle in Baden beginnt“. Vor 34 Jahren hatten Frauen in Mosbach die Initiative „Unterwegs für das Leben“ begründet. Sie zogen, so erinnerte Schaupp, „mit einer zentralen Botschaft im Herzen durchs Land: dass Waffen – wie im NATO-Doppelbeschluss gedacht – keine Lösung für den Frieden bringen. Damals waren wir auch Pilgerinnen, jetzt gibt es diesen Weg und damit eine Verknüpfung in einer Zeit, in der der Krieg wieder einmal sein furchtbares Gesicht zeigt,“ sagte Schaupp, die auch Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Mitglied der Fachgruppe Frieden in der badischen Landeskirche ist.

Frauenpilgerwege bietet bislang die katholische Kirche in Bayern. Ein weiterer Pilgerweg mit drei Frauen aus Thüringen im Fokus führt von Erfurt zur Klosterruine Paulinzella, der europäische Egeriaweg bis Jerusalem und der Birgittenweg bis Spanien. Im deutschen Südwesten soll aus der ersten Etappe des badischen Frauenpilgerwegs nach dem Auftakt im Reformationsjahr nach und nach ein Frauenpilgerweg durch ganz Baden entstehen.

 
Doris Banzhaf - Chefin vom Dienst im Zentrum für Kommunikation (ZfK) der Landeskirche
 

Weitere Informationen finden Sie unter www.frauengeschichte-baden.de/Frauen-Pilgerweg